Bankentag im Rahmen der Kampagne „Sicher im Alter?!“

„Guten Tag, mein Name ist Stefan Müller, ich bin Ihr Polizeipräsident“. So begannen zahlreiche Beratungsgespräche in verschiedenen Wiesbadener Banken am 01. Februar 2017. Es waren natürlich keine Beratungen zu Krediten oder Finanzen, es ging um die Kooperationskampagne der Gesellschaft Bürger und Polizei e.V., des Wiesbadener Kuriers, des Wiesbadener Tagblattes und des Polizeipräsidiums Westhessen zu "Sicher im Alter?!"

 

Viele Rentnerinnen und Rentner holen zu Beginn eines neuen Monats Geld von ihrem Konto. Darauf haben es viele Ganoven abgesehen und versuchen mittels Enkeltrick, als falsche Handwerker oder durch die Bitte des Wechsels von Geld an deren Erspartes zu gelangen. Die Varianten zum Täuschen, Lügen und Tricksen an Haustür oder Telefon sind dabei vielfältig. Die Kooperationspartner klären dazu bei verschiedenen Veranstaltungen auf.

Am vergangenen Mittwoch waren in zwölf Wiesbadener Banken zahlreiche Kolleginnen und Kollegen postiert, um proaktiv auf die älteren Menschen zuzugehen, Präventionstipps und Flyer zu überreichen und um auf die Veranstaltungen hinzuweisen.

 

Unterstützung bei den Besuchen in den Banken erhielt der Polizeipräsident vom Chefredakteur des Wiesbadener Kuriers / Wiesbadener Tagblattes, Stefan Schröder.

Das mediale Interesse an der Veranstaltung war sehr groß. Neben den örtlichen Printmedien waren auch mehrere Vertreter von Radio und Fernsehen vor Ort.

 

Es stelle sich heraus, dass bereits viele Seniorinnen und Senioren schon in der Zeitung von der Aktion gelesen haben. Leider erzählten viele von ihnen auch, dass sie in der Vergangenheit dubiose Anrufe erhalten haben oder bei ihnen zu Hause geklingelt wurde.

Eine Frau schilderte Herrn Polizeipräsident Müller, dass sie direkt wieder aufgelegt habe. „Waren Sie misstrauisch?“ fragte er sie. „Nein, es meldete sich ein Enkel und ich habe doch noch gar keine“ erklärte sie und lachte.

Die Banken sind dabei eine wichtige Schnittstelle, denn ein Großteil der älteren Menschen holt das Geld noch am Schalter ab. Alle Banken unterstützen deswegen auch bereitwillig die Aktion.
24 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte aus den Bereichen E4, PÖA, der Direktion Wiesbaden sowie der Kriminaldirektion waren gern gesehene Gäste in den Banken und leisteten über den kompletten Vormittag gezielte Präventionsarbeit unmittelbar an der potenziellen Opfergruppe.

 

Der geschilderte Fall der älteren Dame ging gut aus. Leider zeigt der polizeiliche Alltag, dass solche Betrügereien nahezu täglich stattfinden. Unser Ziel: die älteren Menschen zu sensibilisieren. Deswegen wird es zahlreiche Folgeveranstaltungen geben, oder wie der Polizeipräsident es nannte „Roadshows“.